Investmentfonds oder ETF's (Exchange Traded Funds)?

 

Exchange Traded Funds (ETFs)

Neben Zertifikaten (zuletzt im Newsletter Nr. 5/03, sowie Nr. 3/07 und 4/07) haben Exchange Traded Funds (ETFs) in den letzten Jahren einen steigenden Marktanteil erobert. ETFs sind jedoch nicht die „Wunderwaffe“, als die sie scheinen mögen und oft dargestellt werden - das sind „Wunderwaffen“ ohnehin nie.

Die wesentlichen Unterschiede zu den „normalen“ Fonds, über die wir vorwiegend berichten, sind:

Es gibt zur Börsenöffnungszeit eine fortlaufende Preisnotierung für ETFs, während „normale“ Fonds nur einmal am Tag einen  Preis feststellen. ETFs bilden zumeist (nahezu) exakt einen Index oder die Preisentwicklung einer Ware (z.B. Gold) ab, sind also nicht aktiv gemanagt.

ETFs bieten damit insbesondere für professionelle Anleger Vorteile. Einerseits können Profis mit ETFs versuchen, die Tagesschwankungen an den Börsen zu nutzen und schneller auf Ereignisse reagieren. Andererseits weichen die Ergebnisse der ETFs nicht nennenswert von der Indexentwicklung ab. Und genau dies wünschen institutionelle Anleger oft.

Die Hauptargumente, mit denen Privatanleger von ETFs überzeugt werden sollen, sind: 1. ETFs sind billiger, und 2. ETFs sind besser als die Mehrheit der normalen Fonds.

Wie fast immer enthalten solche Pauschalaussagen einen wahren Kern, verschweigen aber die Nachteile sowie diverse Ausnahmen.

Zu 1: Kosten von ETFs


ETFs haben, weil ein aktives und damit kostenträchtiges Management nicht nötig ist, geringere Managementgebühren als aktiv gemanagte „normale“ Fonds. Und ETFs haben keinen Ausgabeaufschlag. Deshalb sind sie billiger. Stimmt, aber...

ETFs haben auch Management- sowie Transaktionskosten. Diese führen in Kombination mit der den Index abbildenden Anlagestrategie dazu, dass ein ETF seinen Index nie schlägt. Ein ETF ist damit, je nach Marktsegment jährlich „garantiert“ um ca. 0,2% bis 1,5% schlechter als sein Index.
Da ETFs über die Börse gehandelt werden und die an diesem Handel Beteiligten (Bank und Börse) daran verdienen wollen, gibt es einen so genannten Spread (Differenz zwischen Kauf- und Verkaufspreis). Diese Preisdifferenz variiert vorrangig in Abhängigkeit vom Marktsegment und Umsatz des ETF. Der Spread kann wenige Zehntel Prozent, aber auch deutlich mehr als 1% betragen. Und diese Spesen fallen bei Kauf und Verkauf an. Wenn z.B.  10.000 Euro in einen ETF mit einem Spread von 1% investiert werden und der Fonds nach einem Plus von 50% wieder verkauft wird, fallen insgesamt Spesen von 250 Euro an. Das ist genauso viel wie beim Kauf eines „normalen“ Fonds mit 5% Ausgabeaufschlag und einem darauf gewährten Rabatt von 50% (unser Minimum-Rabatt). Für aktive Anleger wird es mit „normalen“ Fonds auf Dauer noch kostengünstiger, weil die Tauschgebühren in den Investmentdepots oder bei den Fondsplattformen niedriger sind als die Spreads der ETFs. Eingesparte Ausgabeaufschläge sind demzufolge eindeutig kein Argument für ETFs.

Zu 2: Ergebnisse von ETFs     


ETF-Befürworter argumentieren, dass es die Mehrheit der aktiv gemanagten Fonds nicht schafft, den Index zu schlagen. Deshalb sei es gleich besser, passiv gemanagte Fonds (=ETF) zu bevorzugen. Diese Aussage spiegelt jedoch ein verzerrtes Bild wider.

Es stimmt: Die Gesamtheit der Fonds ist praktisch „der Markt“. Im Gegensatz zum Markt haben Fonds Kosten, und deshalb muss zwangsläufig und mathematisch nachweisbar der Durchschnitt der Fonds schlechter sein als der Markt. Aber: Auch ETF und Anleger, die direkt in entsprechende Finanzinstrumente (Anleihen, Aktien ...)  investieren, haben Kosten und schneiden deshalb schlechter ab als der Markt, und die Gesamtheit der Direktanleger ebenso. 

Wenn man denn einen Index heranziehen möchte, um die Qualität eines aktiv gemanagten Fonds mit ETFs zu vergleichen, so darf man diese Messlatte getrost zunächst um einige Zehntel reduzieren, denn besser können auch ETFs nicht sein. Diese reduzierte Messlatte schlagen dann auch mindestens 30%-40% der aktiven Fonds, einige auch ziemlich kontinuierlich und deutlich.

Außerdem: In unseren Empfehlungen spielen auch Fonds eine Rolle, die den jeweiligen Vergleichsindex wahrscheinlich nicht schlagen oder gar keinen Vergleichsindex haben. Das mit weitem Abstand wichtigste Problem, das bei vielen Anlegern zu unterdurchschnittlichen Ergebnissen führt, ist nämlich nicht, dass der ausgewählte Fonds seinen Index nicht schlägt, sondern dass die hohen Kursschwankungen des Investments dazu verleiten, zu ungünstigen Zeitpunkten zu kaufen oder zu verkaufen. Wenn es ein Fonds also schafft, die Schwankungen möglichst gering zu halten, den „Anlegerstress“ zu reduzieren und den Anlegern damit das Durchhalten zu erleichtern, dürfte in den allermeisten Fällen wesentlich mehr für ein positives Anleger-Ergebnis geleistet sein, als bei mehr Schwankungen und einem vielleicht sogar etwas besseren Ergebnis des Fonds.

Wer dennoch indexnahe Investments bevorzugt, wird auch unter den „normalen“ Fonds fündig. Solche Fonds haben dann meist auch eine deutlich geringere Managementgebühr als aktiv gemanagte Fonds, keine oder geringere Ausgabeaufschläge und natürlich auch keine Spreads, wenn sie im Investmentkonto erworben werden. Sehr häufig werden z.B. ETFs auf den Euro Stoxx 50 gehandelt. Dazu gibt es seit Jahren einen „normalen“ Fonds als Pendant, das wir den „Indexfans“ unter unseren Kunden auch schon häufig empfohlen haben, den Fidelity Euro Stoxx 50. Der Fonds hat keinen Ausgabeaufschlag und eine Managementgebühr, die etwa auf dem Gebührenniveau der ETFs liegt, 0,6% p.a.. Die Netto-Ergebnisse liegen im Mittelfeld der Fonds seiner Kategorie, was auch für die Netto-Ergebnisse der ETFs gilt.

Was zu beweisen war...

ETFs sind keine aktive Empfehlung des F&V Fondscenters, aber ebenso wie bei Offenen Immobilienfonds können Sie auf Nachfrage natürlich auch mit unserer Unterstützung in solche Fonds investieren. Wenn Sie weitergehendes Interesse am Thema ETFs haben, können Sie gerne bei uns einen Sonderdruck der Zeitschrift „Portfolio International“ zu diesem Thema anfordern.

ETF besonders für institutionelle und professionelle Anleger geeignet

ETFs bieten damit insbesondere für professionelle Anleger Vorteile. Einerseits können Profis mit ETFs versuchen, die Tagesschwankungen an den Börsen zu nutzen und schneller auf Ereignisse reagieren. Andererseits weichen die Ergebnisse der ETFs nicht nennenswert von der Indexentwicklung ab. Und genau dies wünschen institutionelle Anleger oft.